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Roter Teppich für Mirjam Pressler

Lesevormittag mit der preisgekrönten Kinder- und Jugendbuchautorin Mirjam Pressler am ITG


„Wenn das Glück kommt, muss man ihm einen Stuhl hinstellen“ heißt der Titel des Romans, aus dem die bekannte Kinder- und Jugendbuchautorin und Oma zweier ITG-Schüler, Mirjam Pressler, der Klasse 5d vorlas. Durch die Vermittlung der Schülermutter war der Kontakt zustande gekommen.


Der mit Spannung erwarteten Lesung am 2. März 2010 gingen umfangreiche Vorbereitungen der Schülerinnen und Schüler voraus, die der international bekannten Autorin und Übersetzerin buchstäblich den roten Teppich ausrollten und diesen Anspruch mit eigenen kreativen Ideen und großem Engagement in ihrem Klassenzimmer verwirklichten.

So fand sich die sehnsüchtig erwartete „Vorleserin“ am 2. März 2010 in einem mit rotem Samt ausgeschlagenen Ohrensessel wieder, umgeben von 32 gespannten Gesichtern, die eine ganze Schulstunde lang der sensibel erzählten Geschichte der 12-jährigen Halinka lauschten, die als Heimkind im Nachkriegsdeutschland lebte und die sie auf ihrer Suche nach Geborgenheit und sich selbst ein Stück begleiten durften.

So viel unmittelbare Nähe zu einer Schriftstellerin warf natürlich auch viele Fragen auf, die Frau Pressler naturgemäß mit viel Gespür für die Kinderseele, aber auch Witz, beantwortete. Neben Antworten auf Fragen wie, was ihr am Schreiben Spaß mache, weshalb sie so traurige Bücher schreibe, welches von ihren eigenen Büchern ihr selbst am besten gefalle und was ihr eigener Kindheitstraum gewesen sei, gab die Autorin auch wertvolle literarische Tipps für „junge Schreibtalente.“ Ihre Botschaft ist es jungen Menschen Mut zu machen, ihren Lebenstraum zu verfolgen, auch wenn dabei Schwierigkeiten auftauchen.


“Malka Mai“ war dann auch die Antwort auf die Frage nach dem Lieblingsbuch aus den eigenen Werken: Der zweite Teil der Lesung, zu der die Klasse 8d von Frau Loderbauer eingeladen war, beschäftigte sich mit der authentischen Lebensgeschichte eines jüdischen Flüchtlingsmädchens aus Polen, das während der Flucht vor den Deutschen von seiner Mutter getrennt wird und sich über ein halbes Jahr lang alleine durchschlägt. Im Anschluss stellten die Schüler Fragen zum Verhältnis der authentischen Vorlage und ihrer fiktionalen Umsetzung. Aber auch bei den Großen stand das Interesse an der Schriftstellerpersönlichkeit Mirjam Pressler und ihrem – insbesondere dem autobiographischen - Verhältnis zu ihren Figuren im Zentrum.

Nach dieser ausgedehnten Lesereise fiel den Schülern die abrupte Rückkehr in den Schulalltag sichtlich schwer.


Wir danken Frau Pressler, dass sie uns diesen sehr privaten Einblick in ihre Person und ihre Arbeit gewährt hat und wünschen uns und ihr noch viele die Seele berührende Geschichten. Und natürlich drücken wir die Daumen: Mirjam Presslers jüngster Roman „Nathan und seine Kinder“ wurde für den diesjährigen Jugendliteraturpreis nominiert.


Angela Sühlfleisch, ITG