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Selbstportrait von Ignatius Taschner (1899)

Ignatius um 1900 (Quelle [1] S. 17)
Ignatius Taschner, der Namensgeber unserer Schule war Bildhauer und Illustrator.
Er lebte von 1871 bis 1913.
Während der letzten vier Jahre seines arbeitsreichen und rastlosen Lebens baute er sein Wohn- und Atelierhaus in Mitterndorf bei Dachau.
Kaum einer der Künstler, deren Lebensweg durch Dachau führte, hinterließ ein so vielseitiges Werk wie Ignatius Taschner.
Aufgerieben zwischen Existenzsicherung und künstlerischem Anspruch ist er viel zu jung gestorben.




Wohn- und Atelierhaus in Mitterndorf (Quelle [1] S. 301)
Ein großer Teil seines Schaffens besteht aus Dingen des angewandten Bereiches, die damals ohne Wertminderung als "Kunstgewerbe" bezeichnet wurden: Uhren, Schmuckstücke, Marionetten, Puppen, Glasfenster und als Höhepunkt, das sogenannte "Kronprinzensilber".
Heute würden wir Ignatius Taschner als Designer bezeichnen, sowohl im Produkt- als auch im Graphikbereich.

Dem damaligen Zeitgeschmack entsprechend sind seine meisten Bildhauerarbeiten
  • architekturgebundene Steinreliefs an großen Wohn- oder Geschäftshäusern, z.B. in München, Breslau, Berlin, Lübeck
  • Steinbrunnen wie der Märchenbrunnen in Berlin, Rathausbrunnen in Dachau und Posen
  • Denk- und Grabmäler, z. B. das Schillerdenkmal in Minnesota

Schillerdenkmal, Nachguß (Quelle [1] S. 265)

Postkarte von 1901 (Quelle [1] S. 172)


Einen besonderen Reiz üben immer noch seine Illustrationen aus: vor allem die zu Grimms Märchen, zu den Texten Ludwig Thomas, die Glückwunschkarten, Bauernkalender und Plakate.
Seine kraftvolle, holzschnittartige Bildsprache, die subtile Farbgebung und die gleichzeitig dem Jugendstil und der Volkskunst angelehnten Formen machen seinen persönlichen Stil aus.
Wir bewundern heute die Vielseitigkeit Ignatius Taschners und seine kreative Phantasie, welche groteske und skurrile, karikierende und symbolisierende, grobe und anmutige Märchen-, Tier- und Menschenbilder hervorgebracht hat.

Brunnenrelief Breslau 1905 (Quelle [1] S. 206)
Vignette aus Simplicissimus 1904/05 (Quelle [1] S. 153)
Illustration zu L. Thoma, Der heilige Hies, 1904
(Quelle [1] S. 188)
Illustration zu Märchen Brüder Grimm
Die Gänsehirtin am Brunnen, 1902/03 (Quelle [2] S. 68)

M. Hohenberger-Schenk, ITG