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Schüleraustausch mit Polen im Frühjahr 2011

Krakau bei Nacht
Führung im Stammlager Ausschwitz
Im Hof der Krakauer Universität
Jasna Góra
Wir alle in Przemysl, nahe der ukrainischen Grenze

Schloss Lancut
Polnisches Begrüßungsbuffet

1.  Tag:
Die Reise mit dem Zug zu unserem Wohnort für eine Woche war sehr spannend und ein wenig spektakulär, denn die Polnische Bahn ist immer für eine Überraschung gut. Mit einer Stunde Verspätung hatten wir also genug Zeit einen der überlebenswichtigen Sätze in Polen zu lernen: Lubię ciasteczka! = Ich mag Kekse!
Nach ca. 18 Stunden war es endlich so weit: Wir kamen am Sonntagmorgen am Bahnhof von Przeworsk an und wurden auch gleich von den polnischen Austauschschülern herzlich begrüßt. Sofort ging es ab nach Kańczuga in die Familien. Zuhause bekam jeder erst einmal etwas „Guades“ zu Mittag: Ein Polnisches 3-Gänge- Menü, das wirklich köstlich war, aber so manch einen unserer harttrainierten Lebensmittelkonsumenten verschnaufen ließ. Vollkommen zufrieden und satt machte man sich dann mit der Familie bekannt und testete erste Unterhaltungen auf Polnisch, Englisch und Deutsch. Während anschließend manche ein kleines Verdauungspäuschen machten,  waren andere bereits einkaufen mit ihrer Familie oder sogar reiten.
Abends gab es dann das erste gemeinsame Essen mit allen Teilnehmern des Austausches in einem großen Lokal am Rand von Kańczuga.  Am Ende gingen wir alle satt und glücklich nach Hause.
 

2. Tag:
Am ersten Schultag wurden wir in der Schule von der Schulleiterin begrüßt und bekamen eine kurze Schulhausführung. Pluspunkte gab‘s gleich schon einmal für das warme Wasser in den Toiletten und das Pausenradio der Schüler. Die Schule war verhältnismäßig klein, aber man fühlte sich wohl. In der 2.-4. Stunde durften wir Deutschen dem polnischen Unterricht beiwohnen, der größtenteils wie in Deutschland ist. Obwohl man eigentlich kein Wort verstand, versuchten wir dem Unterricht zu folgen. Da war es kein Wunder, dass alle sich am meisten auf den Deutschunterricht freuten. Nach der Schule spielten wir zusammen Volleyball in der Turnhalle und anschließend ging es nach ein paar Stunden Mittagspause wieder zurück in die Schule. Dort fand dann der allgemeine Begrüßungsabend statt. Mit viel Mühe wurde eine Präsentation erstellt und ein üppiges Buffet wurde errichtet. Obwohl alle ziemlich müde waren, war es ein lustiger und gemütlicher Abend.


3. Tag:
Nachdem wir uns wie schon am Tag zuvor in der Schule getroffen hatten, trennten wir uns von unseren polnischen Partnern, die in ihren täglichen Unterricht gingen. Wir dagegen machten uns auf den Weg, die zwei Firmen, die in Kańczuga ihren Sitz haben, zu besichtigen. Die erste Firma namens „Axtone“ stellt verschiedene Stoßdämpfer für den Schienenverkehr her und beliefert unter anderem auch die DB. Außerdem unterstützt sie unseren Austausch finanziell und hat verschiedene Wohnblöcke in Kańczuga gebaut, in denen auch ein paar von unseren Austauschschülern wohnten. Die zweite Firma namens „Marma“ produziert Folien. Dort wurde uns alles Schritt für Schritt erklärt, vom Herstellen bis zum Bedrucken der Folie. Danach besuchten wir noch den Kindergarten im Ort, hier ist uns besonders aufgefallen, wie brav und leise die Kinder waren. Zurück in der Schule erklärte Herr Drąg uns noch das polnische Schulsystem, bevor wir mit unseren Austauschschülern nach Hause gingen.  Nach einem Spaziergang am Nachmittag trafen sich am Abend alle bei Lillys Austauschpartnerin Olga zum Lagerfeuer, was einen schönen Ausklang des Tages darstellte. 


4. Tag:
Am Morgen fuhren wir in die nächste größere Stadt Przeworsk und besichtigten dort einen Wochenmarkt, wo viele Polen einkaufen, weil die Waren etwas billiger als in den Geschäften sind. Anschließend besichtigten wir das berühmte Schloss in Łańcut mit seinen prachtvollen Sälen, wo wir einiges über berühmte polnische Adelsfamilien erfuhren.  Ein Portrait zeigte uns den Gründer des Schlosses, den reichen Fürsten Lubomirski, mit einer Art Irokesenfrisur Anschließend hatten wir Freizeit und konnten in der Stadt oder im Schlosspark spazieren gehen oder uns auf einer Parkbank sonnen.  Den Nachmittag und Abend verbrachten wir mit unseren Partnerinnen in Kańczuga.      

5. Tag:
In der Schule entwarfen wir alle gemeinsam Plakate mit Fotos zum ersten Teil des Austauschs. Anschließend bastelten wir für den Deutschunterricht Grammatiktafeln.
Gegen Mittag gingen wir zu einem Kinderheim in der Nähe von Kańczuga, das für ca. 30 Kinder ein Zuhause ist. Viele von ihnen besuchen ebenfalls die Schule unserer Austauschpartner. Von dort setzten wir unseren Spaziergang zu einem Badesee fort. Dort haben wir das schöne Wetter genossen und eine Pause mit Brotzeit gemacht.
Den Nachmittag hatten wir zur individuellen Freizeitgestaltung. Beispielsweise hat sich ein Teil der Gruppe am Abend in einem Schwimmbad getroffen. Andere sind  zu einer Freizeitgruppe gegangen, die sich regelmäßig trifft, um handgefertigte Bastelarbeiten zu machen. Am Abend haben viele mit ihrer Familie zusammen  „X-Faktor“ im polnischen Fernsehen angeschaut und den Abend gemütlich ausklingen lassen.


6. Tag:
Für Freitag war unser erster gemeinsamer Ganztagesausflug mit den Polen nach Przemyśl und später nach Krasiczyn geplant. Bei unserem Rundgang durch Przemyśl besichtigten wir zuerst die Soldatenfriedhöfe aus dem Krieg, die unglaublich groß und eindrucksvoll waren,  und später den Tatarenhügel, auf dem fleißig Fotos gemacht wurden. Danach gingen wir ins Zentrum, wo wir noch einen Dom anschauten und dann schließlich viel Zeit für die Mittagspause hatten, die wir größtenteils auf dem Marktplatz verbrachten.
Danach fuhren wir weiter und bekamen eine Führung in der Burg von Krasiczyn, mitsamt Folterkammer und magischem Baum, der einem seine Wünsche erfüllt, wenn man den Baum dreimal umrundet.
Den restlichen Tag konnte jeder individuell gestalten. Dann ging es aber auch schon weiter in eine Karaokebar, in der wir uns fast alle wieder trafen und den Geburtstag einer unserer polnischen Freundinnen feierten.

9. Tag:
Nach dem Wochenende, das wir mit unseren Gastfamilien verbracht hatten, klingelte an diesem Morgen der Wecker bei uns allen schon um fünf Uhr, denn wir mussten um sechs Uhr an der Bushaltestelle in Kańczuga sein. Unser Gepäck wurde in den Bus verladen und wir verabschiedeten uns von unseren Familien, manche für immer und manche mit dem Versprechen, noch einmal zu Besuch zu kommen.
Nach einer vierstündigen Busfahrt erreichten wir unser erstes Ziel des Tages, das Salzbergwerk in Wieliczka, welches eines der schönsten und mit 700 Jahren auch eines der ältesten Salzbergwerke der Welt ist. Die Korridore, die 2148 Kammern verbinden, sind insgesamt 300 km lang. Unser Führer war ein sympathischer, älterer Mann mit Humor. Das Salzbergwerk wurde von der UNESCO als Weltkulturerbe in die Liste aufgenommen, hat aber seit Sommer 1996 kein Salz mehr, sodass es heute nur noch eine Touristenattraktion ist.
Danach fuhren wir mit dem Bus weiter nach Krakau, dort sahen wir uns das jüdische Viertel Kazimierz und eine Synagoge von außen an. Wir durften auch ein wenig allein bzw. in Gruppen herumlaufen und das Stadtviertel auf eigene Faust erkunden, bis wir dann gegen 16.30 Uhr weiter zu unserer Jugendherberge fuhren. Wer mit dem Abendessen nicht zufrieden war, deckte sich in einem kleinen Lebensmittelladen nebenan mit Essen ein.
 
                               
10. Tag:
Am Dienstag mussten wir wieder sehr  früh aufstehen, denn wir fuhren mit dem Bus nach Tschenstochau , mit einem kurzen Stopp, bei dem überprüft wurde, ob der Fahrer nicht zu lang ohne Pausen am Steuer gesessen war. Von 12:00 – 13:30 Uhr besichtigten wir das Pauliner- Kloster Jasna Góra (Pauliner hat nichts mit Paulaner zu tun!), welches das berühmte und originale Gnadenbild besitzt, sowie viele Kopien davon. Das echte Bild hängt in der Gnadenkapelle und bekommt immer am Palmsonntag ein neues Gewand angehängt. Im Museum durften wir uns all die Geschenke anschauen, die reiche Pilger mitbrachten haben, um sich damit zu bedanken. Zum Schluss und als Höhepunkt der Führung schauten wir uns die Enthüllung des Gnadenbildes an, welche durch Livemusik begleitet wurde. Nach der Besichtigung hatten wir eine Stunde Freizeit, und dann ging es schon wieder zurück in die Jugendherberge. Um 19:00 Uhr  fuhren wir ins Zentrum von Krakau, wo wir freie Zeit für eine individuelle Stadterkundung hatten. Leider mussten wir um 22:00 Uhr schon wieder in der Herberge zurück sein.


11. Tag:
Am Mittwoch ging es schon früh los nach Oświęcim, zu dem großen ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau, bestehend aus dem Stammlager, dem Vernichtungslager Birkenau und dem Lager Monowitz. Nach ungefähr drei Stunden Fahrt kamen wir an und hatten eine sprachgeteilte Führung durch das Stammlager Ausschwitz. Wir haben verschiedene Blöcke besichtigt, in denen das Häftlingsleben durch Bilder und Dokumente dargestellt wurde, sowie durch persönliche Gegenstände der Inhaftierten. Dann haben wir an der „Todesmauer“, an der  viele Tausende Häftlinge erschossen worden waren, Blumen zum Gedenken an die Opfer des Holocaust abgelegt. Danach waren wir im Lagergefängnis, in dem die Häftlinge, zum Beispiel wegen versuchter Flucht, ihre Strafe absitzen oder auf ihren Prozess warten mussten, der meistens auf ihren Tod hinauslief. Anschließend haben wir das rekonstruierte Krematorium und eine Gaskammer besichtigt, in der die Häftlinge durch das Gift Zyklon B umgebracht wurden.
Die nächste Station war das Vernichtungslager Birkenau, in dem wir Baracken angesehen haben, sowie die Rampe, an der die Selektionen stattgefunden haben. Zum Schluss waren wir am großen Denkmal in Birkenau, das an die vielen Todesopfer erinnert und an dem Tafeln in verschiedenen Sprachen mit der Inschrift „Dieser Ort s

ei allezeit ein Aufschrei der Verzweiflung und Mahnung an die Menschheit. Hier ermordeten die Nazis über anderthalb Millionen Männer, Frauen und Kinder. Die meisten waren Juden aus verschiedenen Ländern Europas“ angebracht sind.

Am Abend dieses Tages hatten wir im Wasserpark in Krakau, dem größten Spaßbad in Polen, gemeinsam mit unseren Austauschpartnern zwei schöne Stunden.


12. Tag:
Schneller als gedacht, brach auch schon der letzte Tag unseres  Polenaustausches an. Nach dem Kofferpacken wurde uns in einer Führung Krakaus Altstadt mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten gezeigt. Danach hatten wir viel Freizeit in Krakau. So verging der letzte Tag wie im Fluge, während sich die einen faul ins Cafe setzten, die anderen immer noch ein bisschen Kultur brauchten und wiederum andere einkaufen gingen. Am Abend stiegen wir ein letztes Mal in den Bus und steuerten den Bahnhof an. Schon im Bus kam diese seltsame Abschiedsstimmung auf. Jedoch war allen klar, dass das kein Abschied für immer sein wird. Am Bahnhof nahmen wir voneinander Abschied und machten uns mit unseren gigantischen Koffern auf zu unserem Schlafzug. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Wien saßen wir schon im ICE Richtung München. Zuhause erwarteten uns unsere Eltern, die sich von der ersten Sekunde an alles anhören mussten, was in Polen passiert war. Es war eine tolle Erfahrung, in so einer warmherzigen Kultur zwölf Tage lang mal Gast zu sein. Danke!

Monika Vojnic, Noemi Nedelcev, Ellen Michelet, Carolin Schmid, Dominik Kirchenberg, Evelyn Walter, Simone Stöckle, Tabea Lange, Isabel Wagner, Lilly Hielscher

 

A. Beryt, P. Ulrich, ITG

 











Schüleraustausch im September 2010

Unterwegs nach Neuschwanstein
Begrüßungsabend
Emil und die Detektive

Schön und aufregend – deutsch-polnischer Schüleraustausch am ITG


Am Samstag, den 18. September war es endlich so weit! Unsere polnischen Austauschschüler kamen um 7.45 Uhr am Busbahnhof in Fröttmaning  an, wo wir schon ganz gespannt auf sie warteten. Wir mussten zwar früh aufstehen und waren deshalb ziemlich müde, aber unseren Gästen ging es nach ihrer 19-stündigen Busfahrt  noch schlechter. Also fuhren wir sofort heim, damit sie sich ein wenig ausruhen konnten. Als die erste Aufregung sich gelegt hatte, verstanden wir uns, trotz einiger Sprachprobleme, richtig gut.
Ich habe den ersten Tag gleich genutzt, um mit meiner Polin ins OEZ zu gehen, damit ihr Deutschlandaufenthalt gut beginnt. Da der Austausch zur Oktoberfestzeit stattfand, war ein Besuch auf der Wies’n natürlich Pflicht, was wir auch sofort am Sonntag erledigten.
Am Montag war dann erstmal Schule angesagt und abends war unser bayrisch-polnischer Begrüßungsabend, bei dem wir aßen und unter Herr und Frau Bohns Anleitung zu bayrischer Musik tanzten, was uns allen sehr viel Freude bereitete. In den nächsten Tagen standen eine Besichtigung der KZ-Gedenkstätte, ein Ganztagsausflug nach Neuschwanstein und ein Besuch im Olympiapark  auf dem Programm. Natürlich unternahmen wir auch privat noch etwas mit unseren Freunden, die auch einen Austauschschüler bei sich untergebracht hatten, wie zum Beispiel einen Besuch in einem Café oder einen Abend im Kino. Am Sonntag  fuhren wir alle zu einem Jugendherbergsaufenthalt in Kochel  am See, wobei wir ein weiteres Mal richtig früh aufstehen mussten. Dort gingen wir in ein Freiluftmuseum, ins Walchenseekraftwerk und zum Schwimmen ins Trimini. Nach diesem Wochenende verstanden wir uns natürlich noch besser, da wir viel Freizeit hatten, in der wir Spaß zusammen hatten. Am Montagabend dann kamen wir erschöpft und glücklich wieder zu Hause an. Die letzten beiden Tage vergingen wie im Flug und es kam einem wie gestern vor, dass wir unsere Partnerinnen in Fröttmaning abgeholt hatten, als wir am Mittwochabend wieder am  Busbahnhof standen, um unsere Gäste zu verabschieden. Doch als wir ihnen nachwinkten, waren wir dennoch glücklich, diese zwölf Tage erfolgreich und schön verbracht zu haben. Alles in allem kann man nur sagen, dass der erste Teil unseres Austauschs eine wunderbare Erfahrung war und der zweite Teil in Polen hoffentlich genauso schön und aufregend wird.

Simone Stöckle, 10 F
Evelyn Walter, 10 D





Schüleraustausch mit Polen im Frühjahr 2009

Ausflug nach Samosc
Polnische Gastfreundschaft am Begrüßungsabend
Abschied
Backe, backe Kuchen





Fahrt nach Polen im Juni 2007

Begrüßung in der Zespol Szkol, Kanczuga


Lagerfeuer

Emil Drag, der "Bauer"




Abschied

Unterrichtsbesuche
Plakate vom Austausch
Schloss in Lancut
Bieszczady Gebirge
Salzbergwerk Wieliczka
Czestochowa - Tschenstochau
Oswiecim - Auschwitz





Besuch aus Kanczuga im September 2006

Polen, Salzburg, Wiesn und zurück...

Anfang dieses Schuljahres haben 18 Schülerinnen und Schüler des ITG Besuch aus dem Osten Polens bekommen: elf Tage hieß es den deutschen Schulalltag und vieles mehr gemeinsam zu erleben.
Gleich am zweiten Abend war die Schonfrist der 27-stündigen Busreise abgelaufen und es hieß Volkstanz mit Eltern und Lehrern zusammen. Dank unseres Ehepaars Bohn hatten alle trotz nicht geringer Sprachbarrieren riesigen Spaß. Weiter ging es mit gewöhnlichen Unterrichtsbesuchen, einem Ausflug nach Salzburg, der Erkundung von München (auch von oben vom Olympiaturm), zwei Tagen Kochel mit Wandern und "Trimini", Stadtbummeln, Wiesn und viel, viel Spaß, der den Austausch versüßt hat.
Wie von dem erfahrenen "Polenaustausch-Hasen" Herrn Penn prophezeit, kullerten mehr als nur eine Krokodilsträne beim Abschied...
Polen, wir kommen im Juni 2007!

Elisa Glufke, ITG